Im Jahr 2008 ist mein Interesse, meine Leidenschaft für Tel Aviv neu entfacht. Nach meinem Besuch im April 08 hatte es sich ziemlich schnell herauskristallisiert, dass ab nun weitere Aufenthalte in meiner Heimat in kürzeren Abständen folgen werden.
Warum 2008 und nicht schon Jahre zuvor, lässt sich nicht genauer erklären. Was Jahre lang verschüttet war, tauchte ganz unerwartet an der Oberfläche auf, reihte sich in meiner Prioritätenliste an oberster Stelle ein, so als wäre nichts geschehen.
In diesem Blog (Tel Aviv Sequenzen) werde ich mich dieser Stadt aus unterschiedlichen Perspektiven nähern, soviel wie möglich vom Leben und Alltag einatmen und darüber berichten. Meine Planung sieht vor, charakteristische Aspekte der Stadt wie Architektur, Kultur, Kunst einzubeziehen. Die damit verbundenen Geschichten und Menschen werde ich anhand von Texten, Fotos, Videoclips präsentieren.
Die historische Stadt Yafo, die an Tel Aviv angrenzt, wird hier selbstverständlich genauso thematisiert. Es heisst ja auch offiziell Tel Aviv- Yafo.
Während meines Aufenthalts in Israel werden sicherlich auch andere Städte, Dörfer, Gegenden meinen Weg säumen. Auch dies werde ich nicht verschweigen.
Die politische Lage in Israel ist allgegenwärtig, sich dort durch die Straßen zu bewegen und diesen Aspekt auszublenden, ist unmöglich.
Wenn man die Medienberichte verfolgt, gewinnt man den Eindruck, dass sich die Berichterstattung, sowohl aus israelischer als auch aus palästinensischer Sicht, weniger für pragmatische Dialoge, für Entwicklungen interessiert, als vielmehr für die Gewalttaten.
Mein Interesse gilt jedoch den kulturellen Projekten und Initiativen zivilgesellschaftlicher Aktivitäten, die sich im Alltag etabliert haben. Es geht um die Menschen, die sich trotz kultureller Unterschiede und Lebensläufe um Dialoge bemühen, diese praktizieren und sich ein gleichberechtigtes Nebeneinander herbeisehnen.
Eine Utopie – diese verhältnismässig kleinen Erfolgserlebnisse auf eine ganze Bevölkerung zu übertragen ? Schon möglich, aber in einem permanenten Kriegszustand zu leben, mit all seinen negativen Folgen , dies als gegeben und unlösbar anzusehen, physische wie imaginäre Mauern als legitimes Mittel zur Lösung sozialer Fragen zu bauen, kann nicht erstrebenswert sein und ist unverantwortlich.
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This year my interest, my passion for Tel Aviv has been reawakened.
After my trip in April I realized that I wanted to visit my native country on a regular and frequent basis from now on. It’s puzzling even to myself why I got this feeling in 2008 and not years ago. It seems all that had been hidden for years surfaced unexpectedly and has become my top priority, as if nothing else had happened.
In my blog (Tel Aviv Sequenzen) I’m planning to portrait Tel Aviv from various perspectives, with emphasis on every-day life, but I’m also going to talk about the city’s characteristics, such as architecture, culture, and art.
And of course, I’m going to include the historically significant city of Jaffa. After all, Tel Aviv’s official name is “Tel Aviv-Jaffa”.
During my upcoming stays in Israel I’ll most likely visit a number of other places in addition to Tel Aviv. They are going to be included in this blog as well.
It is impossible to be in Israel and to ignore the ever present political situation. The media, both on the Israeli and Palestinian side, seem to be more interested in presenting violence instead of pragmatic dialogues or the development of a situation.
Yet, what excites me most are cultural projects and social initiatives that established themselves in everyday life. My blog is all about those people who, despite of their cultural differences and backgrounds try to keep the dialogue going because they long for an egalitarian society.
Is it utopia – to transfer a small success here and there to the whole population? Perhaps, but living in a permanent state of war with all its negative consequences and to consider it impossible to solve, to construct real as well as imaginary walls as a legitimate answer to society’s questions – this cannot be the aim. It is irresponsible.
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