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Hydromania

August 27th, 2009 · Keine Kommentare

Im Rahmen der jüdischen Kulturtage, die vom 29. August bis 6. September 2009 in Berlin stattfinden, werden unter dem Schwerpunkt ‚Jüdische Literaturen’ am 1.September zwei israelische Autoren, Nevo Eshkol, Jahrgang 1971 mit dem Roman ‚Vier Häuser und eine Sehnsucht’ und Assaf Gavron, Jahrgang 1968, mit ‚Hydromania’ dem interessierten Publikum vorgestellt.

Rezension: Hydromania
Israel 2067. Dürre und Wüstenbildung bedrohen die Region. Ein Großteil des heutigen Staates Israel steht unter palästinensischer Flagge. Mit der Eroberung Tiberias wurde auch der Zugriff auf das wichtigste Wasserreservoire, den See Genezareth eingebüßt. Wasserknappheit und der Kampf um das Wasser bestimmen das Leben der Menschen. Trinkwasser ist zur wichtigsten Ressource geworden.
China, Japan und die Ukranie haben weltweit die Hoheit über die Wasserressourcen und Wasserverteilung. Die USA ist nicht mehr von nennenswerter Bedeutung.
Eingebettet in dieses Szenario lernen wir Maja kennen, vierzig Jahre alt, im sechsten Monat schwanger, attraktiv. Ihr Mann Ido, ein Wasseringenieur, der ein Wassersystem erfunden hat, mit dem jeder selbst Regenwasser sammeln und reinigen kann, ist spurlos verschwunden. Maja nimmt den Kampf gegen die Wasserkonzerne auf, Freunde verschwinden, Menschen sterben, die Polizei ermittelt. Doch, als würde sich ein Nebelschleier über die Zeilen legen, weder die Geschehnisse, noch die Protagonisten berühren uns.
Äußerst schade.
Zweifelsohne, der Kampf ums Wasser als zentrales Thema, um das sich die Ereignisse ranken ist hoch interessant mit überaus aktuellem Bezug. Die Nutzung der Wasservorkommen bei begrenzten Ressourcen, der Streit um die Wasserrechte und die Wasserverteilung durch die israelische Wassergesellschaft ‚Mekorot’, verschärfen schon heute die Spannungen zwischen Israel und den besetzten Gebieten.
Es ist durchaus vorstellbar, dass die Wasserkrise in Zukunft zu zwischenstaatlichen Konflikten führen wird.
Assaf Gavron entwirft in ‚Hydromania’ ein breites Panorama, das jedoch nicht darum bemüht ist, diese sonderlich detailliert zu beschreiben. Der israelisch-palästinensische Konflikt erscheint hier nur am Rande, ein Detail von vielen, die den Hintergrund füllen, das zusammen mit anderen ein leises Hintergrundrauschen erzeugt, den Leser aber mit all seinen Fragen allein zurück lässt.
Wir dürsten bei diesem Stoff förmlich nach mehr Science, Fiktion und Spannung.

Hydromania. Assaf Gavron. Roman

Categories: Kultur

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